Spaziergang fördert Müdigkeit

Stress am Arbeitsplatz raubt den Schlaf

Einschlafstörungen und Durchschlafstörungen gehören zu den Volksleiden, die sich negativ auf Lebensqualität und Leistungsfähigkeit auswirken. Häufig ist Stress am Arbeitsplatz dafür verantwortlich, dass man nach Feierabend nicht zur Ruhe kommt und nicht erholsam schlafen kann. Denn Stress ist ein bekannter Schlafräuber. Oft gesellt sich für Betroffene ein weiteres Problem hin: wer regelmäßig nicht ausgeschlafen zur Arbeit kommt, büßt aufgrund des Schlafmangels an Konzentrationsfähigkeit und Leistungsstärke ein. Dies kann dazu beitragen, den Stresslevel zusätzlich zu erhöhen, sodass sich aus einer anfangs leichten Schlafproblematik eine ernsthafte Schlafstörung entwickeln kann. Wie kommt man als Betroffener aus diesem Teufelskreis raus?

Wenn arbeitsbedingter Stress den Schlaf raubt – Ursache und Folgen

In einer wissenschaftlichen Untersuchung stellte das Robert Koch Institut fest, dass rund ein Drittel aller befragten Personen in den vier Wochen vor der Befragung unter Ein- und Durchschlafstörungen litten. Über schlechte Schlafqualität klagte ein Fünftel der Studienteilnehmer. Zwar gibt es auch im Privatleben Stress, doch hauptsächlich sind hohe Leistungsanforderungen und Belastungen am Arbeitsplatz Stressfaktoren, die sich auf die Schlafqualität auswirken.

Kurzfristige stressig Phasen gelten als weniger problematisch, da hier bei entsprechender Erholung Arbeitsstress abgebaut werden kann. Handelt es sich jedoch um langfristigen oder gar dauerhaften Stress, können gravierende Folgen eintreten.

  • hoher Leistungsdruck
  • ständiger Termindruck
  • ein hohes Maß an Verantwortung
  • lange Arbeitszeiten
  • wenig Freizeitausgleich

Das sind die typischen Stressoren in der Arbeitswelt und Auslöser für Schlafprobleme. Während anfänglich die ersten Symptome wie Kopfschmerzen, Rückenschmerzen oder Unausgeschlafenheit noch gar nicht mit dem Stresssymptom in Zusammenhang gebracht werden, kann es bei fließendem Verlauf bis zur tiefen körperlichen und emotionalen Erschöpfung oder sogar bis zum Burnout kommen. Zu den weiteren Folgen kann ein insgesamt geschwächter Gesundheitszustand zählen, der unbehandelt auch zu schweren körperlichen und seelischen Erkrankungen führen kann. Stress am Arbeitsplatz und dadurch bedingte Ein- und Durchschlafstörungen sind deshalb keinesfalls auf die leichte Schulter zu nehmen. Tipps, wie es am Arbeitsplatz besser läuft, gibt es z. B. hier.

Stressabbau und Stressprävention: Betroffene müssen Achtsamkeit lernen

Das ist leichter gesagt, als getan. Schließlich herrscht in der Arbeitswelt ein hoher Leistungsdruck. An Mitarbeiter in allen Arbeitsbereichen und Positionen werden höchste Ansprüche gestellt und es wird beinahe ganz selbstverständlich erwartet, dass man zu jeder Zeit erreichbar ist und permanent beste Leistungen erbringt. Wer Nein sagt oder den Ansprüchen des Arbeitgebers nicht zu 150 % gerecht wird, riskiert schließlich seinen Arbeitsplatz.

Tipp: Umfangreiche Untersuchungsergebnisse, Vergleichszahlen und Analysen dazu sind auch im Stressreport Deutschland 2012 von A. Lohmann-Haislah nachzulesen.

Doch was nutzt ein Anstellungsverhältnis, wenn die Arbeitsbedingungen mit derart viel Stress einhergehen, dass man nachts nicht mehr erholsam schlafen kann und nach Wochen oder Monaten so ausgebrannt ist, dass man ohnehin die geforderten Leistungen nicht mehr erbringen kann!?

Für (noch) nicht und bereits Betroffene ist es gleichermaßen wichtig, Achtsamkeit zu lernen und besser auf sich und die eigene Gesundheit aufzupassen. Denn Stress gilt in der Regel als unproblematisch, solange man auf ausreichende Erholung und achtet und verbrachte Energiereserven wieder auffüllt.

Nach der Abend abschalten: Feierabend ist Feierabend!

Stress am Arbeitsplatz kann durchaus als positiv empfunden werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Leistungsdruck hoch ist und man die geforderten oder selbstgesteckten Leistungsziele erreicht. Das gibt einen Energiekick und stärkt das Selbstbewusstsein – erst Recht, wenn es seitens der Vorgesetzten oder Kollegen Lob für die gemeisterte Herausforderung hagelt.

Die Gelegenheit ist günstig, auch nach Feierabend noch mit dem Kopf in der Arbeit gefangen zu sein, sich intensiv mit dem nächsten Projekt zu beschäftigen oder sich darüber Gedanken zu machen, wie man den eigenen beruflichen Erfolg noch steigern kann. Auch, wenn der Stress am Arbeitsplatz als negativ empfunden wird, fällt es oft schwer, am Abend abzuschalten und den Kopf frei zu machen. Dies führt häufig dazu, dass sich selbst im Bett die Gedanken noch um die Arbeit drehen und Einschlafen unmöglich wird.

Hier sollte man sich unbedingt bewusst machen, dass man nicht für die Arbeit lebt, sondern arbeitet, um leben zu können. Probleme im Job sollten beim Verlassen des Arbeitsplatzes dort gelassen werden, um den wohlverdienten Feierabend genießen zu können. Dabei können Rituale sowie unsere 10 Tipps zum Thema „Ich kann nicht schlafen“ hilfreich sein. Wenn das nicht gelingt, ist darüber nachzudenken, eine berufliche Veränderung anzustreben.

Work-Life-Balance: Finden Sie Ihr Gleichgewicht zurück!

Stressabbau kann sehr gut gelingen, wenn auf ausreichend Freizeit und entspannenden Ausgleich geachtet wird. Sport, Spaziergänge sowie Wellness-Anwendungen und gemeinsame Freizeitaktivitäten mit Familie oder Freunden sind ideal, um abzuschalten und die verbrauchten Akkus wieder mit Energie aufzufüllen.

Wer auf eine ausgeglichene Work-Life-Balance achtet, stärkt die eigenen Widerstandskräfte und beugt den negativen Folgen von Stress am Arbeitsplatz vor. Das gesunde Verhältnis von Leistung und Freizeit sorgt für ein emotionales Gleichgewicht. Insbesondere Freizeitaktivitäten in der Natur fördern das seelische Gleichgewicht und wirken sich positiv auf die individuelle Schlafqualität aus.

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